Pfarrbrief zu Ostern 2017

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Pfarrbrief zu Ostern 2017 als PDF

Die Texte einiger Artikel und Informationen aus dem aktuellen Pfarrbrief finden Sie im Folgenden. Alle Artikel mit ansprechenden Illustrationen finden Sie in der PDF-Version. Klicken Sie zum Öffnen oder Herunterladen auf den oben stehenden Link.

 

Dem Leben auf der Spur – Gedanken zu Ostern

Wie der Tod geht wissen wir - nicht aus eigenem Erleben, aber dadurch dass wir den Tod anderer erlebt haben.
Der körperliche Tod ist das Eine, aber die anderen Tode mitten im Leben machen das Leben oft noch schwerer: der Abschied von Menschen, das Scheitern von Beziehungen und Plänen. Der Tod, wie er uns in diesen Tagen ins Haus kommt in der Gestalt von Terror, Krieg, Hass unter den Völkern, ertrunkenen Flüchtlingen. Der Tod ist oft kalt und dunkel, hässlich, und auch brutal.
Wie das Leben geht, meinen wir auch zu wissen. Wirklich? 12.000 Menschen in Deutschland suchen jedes Jahr das Heil im Selbstmord, 4 Millionen sind suchtkrank, viele hasten von einem Event zum nächsten, Stille kann man nicht aushalten, weil man die Gedanken nicht ertragen kann, die kommen, wenn Ruhe einkehrt. Wissen wir wirklich wie das Leben geht? Nicht das Leben, das uns die Werbung vorgaukelt: „mein Haus, mein Auto, meine Yacht, meine Bank“ – das ist schließlich doch nicht genug, wie wir aus unseren Beratungsstellen wissen.
Wie aber geht das Leben? Was ist das Leben? „Ich bin gekommen, dass sie das Leben haben und es in Fülle haben“, sagt Christus und seine Auferstehung zeigt uns, dass dies kein leeres Wort ist.
Auferstehung – das ist eine Wirklichkeit, zu der uns der Zugang fehlt. Den ersten Christen ging es ebenso. Wie konnten sie den Menschen verkünden, was sie erlebt haben?
Sie haben uns Geschichten erzählt mit vielen Bildern, die uns erahnen lassen, was Auferstehung bedeutet, wie Leben geht.
Der Stein ist weg – der Stein, der auf unserem Herzen lag, der uns das Atmen schwer machte, der Stein, der mit anderen Steinen eine Mauer bildete, die den Weg versperrte, uns trennte von anderen – der Stein ist weg! Wer so etwas erlebt hat, der ist dem Leben auf der Spur.
Sie haben uns Geschichten erzählt mit vielen Bildern, die uns erahnen lassen, was Auferstehung bedeutet, wie Leben geht.
Der Stein ist weg – der Stein, der auf unserem Herzen lag, der uns das Atmen schwer machte, der Stein, der mit anderen Steinen eine Mauer bildete, die den Weg versperrte, uns trennte von anderen – der Stein ist weg! Wer so etwas erlebt hat, der ist dem Leben auf der Spur.
Nähe – Maria Magdalena erlebt die zärtliche Ansprache des Auferstanden, Thomas hört „Leg deine Finger in meine Wunde, d.h. sei mir ganz nahe“ – die Nähe eines anderen erfahren, der nicht in sicherer Entfernung bleibt, der sich mir öffnet, der seine Wunden mir darreicht im Vertrauen darauf, dass ich ihn nicht weiter verwunde! Wer so etwas erlebt hat, der ist dem Leben auf der Spur!
Gemeinschaft – der Auferstandene isst mit seinen Jüngern am Morgen am See Genesareth – essen, heißt auch Gemeinschaft haben mit anderen, kein Arbeitsessen, bei dem nur gewertet wird, ob der Lachs zur Vorspeise im richtigen Weisswein schwimmt, sondern ein Mahl, bei dem die Speise in den Hintergrund tritt und der Tischgenosse in den Vordergrund. Wer so etwas erlebt hat, der ist dem Leben auf der Spur.
Frieden / Versöhnung – wer dreimal verleugnet hat und dann die Frage „Liebst du mich?“ gestellt bekommt, erfährt Versöhnung und Frieden. Wer erlebt hat, wie das Band der Freundschaft zerschnitten wurde und dann doch noch Versöhnung möglich war, der ist dem Leben auf der Spur.
Wege teilen – unterwegs sein mit schwerem Herzen, ohne Perspektive und eine Seele voller Fragen. Dann geht plötzlich einer mit, eine ganze Wegstrecke, eröffnet neue Sichtweisen, gibt Antworten, lässt das Herz leichter werden und brennen. Wer so etwas erlebt hat, der ist dem Leben auf der Spur.
Auferstehung, Leben in Fülle – wir sind ihr auf der Spur mitten im Alltag unseres Lebens. All das Gesagte, lässt uns erahnen, nicht nur was uns bevorsteht, sondern woran Gott uns schon jetzt Anteil schenkt.
„Manchmal feiern wir mitten im Tag ein Fest der Auferstehung“ heißt es in einem neuen geistlichen Lied.

Ihnen liebe Leserin, lieber Leser wünsche ich ein frohes Osterfest und für jeden Tag solche kleinen Erfahrungen von Auferstehung, Leben in Fülle.

Ihr Br. Martin Kleespies,
Pfr., für das Seelsorgeteam

 

Im Reich der Zahlen

die Finanzen unserer Gemeinde

„Wozu sollen wir ehrenamtlich arbeiten, wenn die Kirche doch so reich ist?“

Diese Frage wurde mir in letzter Zeit wiederholt im Gespräch gestellt, und sie hat mich angeregt, über die finanzielle Situation unserer Gemeinde zu informieren und somit Transparenz zu schaffen.
Die verwendeten Zahlen stammen aus den Jahren 2014 bis 2016 und sind teilweise gerundet. Wem es um genaue Zahlen geht, kann die Haushaltspläne im Pfarrbüro einsehen.

Die Haupteinnahmequelle unserer Gemeinde besteht in der Zuweisung von Kirchensteuermitteln durch das Bistum Mainz. Aus dem großen Topf, der im Bistum für die Pfarrgemeinden jährlich zur Verfügung steht, wird der Anteil für jede Pfarrei nach einem Umlageverfahren zugewiesen. Die Höhe dieser Zuweisung wird jedes Jahr neu festgesetzt und richtet sich nach dem jeweiligen Steueraufkommen. Derzeit „brummt“ die Wirtschaft, die Arbeitslosenzahlen sind gering, und so erhielten wir für das Jahr 2016 79.800 Euro. In den schwächeren Jahren von 2010 bis 2013 bekamen wir nur ca. 72.000 Euro. Eine weitere Einnahmequelle für die Gemeinde stellen Mieten und Pachtzahlungen dar, insgesamt etwa 11.000 Euro pro Jahr, von denen wir die Hälfte an das Bistum abführen müssen. In guten Jahren stehen uns runde 80.000–85.000 Euro als Einnahmen zur Verfügung. Hinzu kommen noch die Spenden von Gemeindemitgliedern (Klingelbeutel, Türkollekten…), die sich z. B. für 2015 auf etwa 21.000 Euro beliefen.
Der größte Posten bei den Ausgaben besteht in Personalaufwendungen: ca. 43.000 Euro. Knapp die Hälfte unserer Haushaltsmittel, werden für die Bezahlung der Personen verwendet, die im Pfarrbüro, als Reinigungskräfte oder Musiker für die Pfarrei arbeiten, obwohl die Entlohnung in allen Bereichen recht bescheiden ausfällt. (Seelsorgepersonal und Religionslehrer werden nicht von der Pfarrei, sondern vom Bistum bezahlt.) Nur bedingt zu beziffern, aber ganz erheblich, sind die Ausgaben für notwendige Reparaturen und Instandhaltung der Gebäude. Der Bedarf ist enorm groß, da Pfarrhaus und Kirche ca. 100 Jahre alt sind und auch die Hl. Geist-Kirche langsam in die Jahre kommt: Veraltete Heizungsanlagen und Öltanks, marode Fenster, bröckelnder Putz, das Dach der Werktagskapelle in Seeheim ist erneuerungsbedürftig – allein hierfür liegt der Finanzbedarf bei über 30.000 Euro. Für die Erneuerung des Außengeländes und die Renovierungsarbeiten an der Bonifatiuskirche in Jugenheim mussten in den letzten fünf Jahren zusammen fast 80.000 Euro ausgegeben werden. Um den Gebäudebestand langfristig zu erhalten wäre eigentlich eine jährliche Rückstellung in Höhe von 2–3% der Bausumme erforderlich. Das allein übersteigt schon unsere Mittel bei weitem und ist daher nicht zu leisten – wir leben, was diesen Bedarf angeht, von der Substanz. Nicht vergessen darf man die Kosten von ca. 20.000 Euro für Heizöl, Gas, Strom, Wasser, und kleinere Reparaturen. Allein vier Heizungsanlagen sind für alle Gebäude zu betreiben. Auch unser Pfarrbus muss unterhalten und betankt werden (hier hilft uns großzügig die Fa. Satorius in Bickenbach).
Alle Außenanlagen sind zu pflegen. Die beiden Orgeln müssen jährlich gewartet und gestimmt werden. Dann gibt es noch viele kleinere Ausgaben, die sich aber auch summieren: z.B. Sachkosten für das Büro, Druckkosten für diesen Gemeindebrief, der drei Mal im Jahr in einer Auflage von 2400 Exemplaren kostenlos (und ehrenamtlich) erstellt und verteilt wird. Insgesamt lässt sich ausführen, dass wir mühelos unseren ganzen Etat nur für Personal, Gebäude, Gartenarbeit und Sachkosten ausgeben könnten – ohne einen Euro in unsere eigentlichen Aufgaben zu investieren: Verkündigung und Katechesen (Erstkommunion und Firmung), Liturgie, Seniorenarbeit, Kinder- und Jugendarbeit, Caritas und Soziales.
Ohne die Spenden von Türkollekten und Messintentionen wären größere Renovierungen nicht möglich, und wir hätten kein Geld für das eigentliche „operative Geschäft“ einer christlichen Gemeinde.
Würden alle MitarbeiterInnen bei den Seniorenkreisen, Krabbelstube, Gruppenleitung von Pfadfindern und Messdienern, Blumenschmuck für die Kirchen, in Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat für ihre Arbeit entlohnt, müssten wir diese Aktivitäten einstellen. Ehrenamtliche Tätigkeit ist somit unverzichtbar.
Da die Zahl der Kirchenaustritte unverändert hoch ist und der Wirtschaftsboom auch nicht ewig anhalten wird, müssen wir in Zukunft mit sinkenden Einnahmen rechnen.
Daher bemühen wir uns derzeit, mehr Gemeindemitglieder für ehrenamtliche Aufgaben zu gewinnen.
So wird derzeit versucht, die 8000 –10.000 Euro, die allein die gärtnerische Pflege der Außenanlagen in der Vergangenheit jährlich gekostet hat einzusparen, indem die Arbeit ein „Greenteam“ ehrenamtlich übernimmt.
Wenn unsere Gemeinde trotz alledem finanziell solide dasteht und über die Jahre sogar Rücklagen ansparen konnte, so ist das ganz wesentlich dem ehrenamtlichen Engagement vieler zu verdanken.
Diese Gemeindemitglieder, die sich mit Freude und Liebe zur Sache engagieren, machen es möglich, dass wir als Kirchengemeinde auch in Zukunft handlungsfähig sind. Allen, die sich auf irgendeine Weise ehrenamtlich einbringen und auch für die vielen Belange spenden, sagen wir ein herzliches Dankeschön.

Br. Martin Kleespies, Pfr.

 

Erstkommunion 2017

„Komm, geh mit. Wir finden einen Schatz.“

Dieser Einladung sind 37 Kinder gefolgt. Die Erstkommunionkinder bereiten sich seit November letzten Jahres auf ihr großes Fest vor und lernen unseren Glauben neu kennen. Sie treffen sich wöchentlich in Kleingruppen, um von Jesus zu hören, darüber zu sprechen, zu beten, zu singen und Gemeinschaft zu erfahren.
Die Gruppenleiter/innen investieren viel Zeit, Mühe, Liebe und Engagement in die Gruppenarbeit und die Begleitung des Vorbereitungskurses.
Herzlichen Dank für diesen Einsatz.

Am 28. Mai nehmen die Kinder zum ersten Mal im Kreis der Gemeinde an der Kommunion teil.

Um 9:30 Uhr feiern die Kinder der Gruppen von Frau Schmall, Frau Teltschik und Herrn Griesar:
Sean Farkas, Kathrin Griesar, Alina Herzog, Marlene Hoiting, Felix Kohl, Maxymilian Koszarny, Annika Leppla, Leander Merz, Giovanni Miniscalco, Lars Overmeyer, Carlos Pereira Borgmeyer, Denny Rossmann, Dominik Schmall, Clara Tonarelli, Maren Teltschik, Tamara Trauth, Mairin Witzel, Chantal Wotzka.

Um 11:15 Uhr feiern die Kinder der Gruppen von Frau Glänzel/Frau Dette, Frau Krämer/Frau Burgiel und Herrn Thome:
Seymen Burgiel, Mateo Dächert, Simon Düppre, David Glänzel, Leon Gutjahr, Jan Hofmann, Amelia Kosowska, Julia Krämer, Valerie Manske, Nicolas Manske, Maria Mazzone, Leona Nokaj, Maya Schneider, Ben Schnorrenberger, Luca Stenner, Samuel Stirnat, Jannis Thome, Linus Veith, Aleksandra Ziebicka.

Um 18:00 Uhr feiern alle Kinder gemeinsam die Dankandacht.

Feiern auch Sie diese Festgottesdienste mit. Die Kommunionkinder spüren dann, dass sie auf ihrem Glaubensweg von vielen begleitet werden.

Ursula Haas, Gem.Ref.

 

Hexenhaus 2017

Vom 16.–19. Februar fand die traditionelle Winterfahrt der Roverstufe des Pfadfinderstammes Sankt Bonifatius Seeheim ins „Hexenhaus“, einem Selbstversorgerhaus im Schwarzwald, statt. Neben vielen aktiven Gruppenmitgliedern waren in diesem Jahr auch einige ehemalige Rover und Leiter des Stammes mit dabei.
Anders als in den vergangenen Jahren, startete die Fahrt für 9 Teilnehmer bereits am Donnerstagabend, sodass ein Tag mehr zur Verfügung stand. So konnten der große Lebensmitteleinkauf und die Planung der Verpflegung von den Teilnehmern selbst durchgeführt werden.
Statt des erhofften Schnees erwartete die Teilnehmer ein verregnetes Wochenende, sodass die Schlitten leider im Schuppen bleiben mussten. Nur noch vereinzelt waren kleine Schneefelder sichtbar. Als der Regen dann doch einmal nachließ, machten sich einige Teilnehmer zu einer mehrstündigen Wanderung durch die Umgebung auf. Die restliche Zeit verbrachte man neben Tischtennis, Tischfußball- Turnier, Billard und Gesellschaftsspielen besonders auch mit Gesprächen. Den Samstagnachmittag nutzten viele Teilnehmer zur konzeptionellen Arbeit rund um die Öffentlichkeitsarbeit des Stammes. So wurde ein Grobgerüst für einen Flyer zur Mitglieder- und Leiterwerbung erarbeitet und ein Konzept für die neue Stammeshomepage entwickelt.
Zur Verpflegung gab es in diesem Jahr erstmals keinen fest geplanten Küchendienst, sondern jeder hat nach Zeit und Lust geholfen. So wurden neben Frühstück Speisen wie Nudeln mit Schinken-Käse-Sahne-Soße, Burger, Pizzaschnecken und Hawai-Toast zubereitet.
Am Sonntagmorgen wurde nach einem Frühstücksbrunch in rekordverdächtiger Zeit das gesamte Haus gesäubert, sodass man sich gegen 14 Uhr wieder auf den Heimweg nach Seeheim machte.
Trotz des schlechten Wetters hatten alle Spaß. Jedoch wünscht man sich für das nächste Jahr wieder viel Schnee zum Schlittenfahren rund um das Haus.

Patrick Siegel

 

Werktagskapelle soll aufgewertet werden

Als vor über 40 Jahren die Hl. Geist- Kirche mit einer Werktagskapelle gebaut wurde, da hat man einiges investiert, um einen zusätzlichen Ort der Stille, des Gebetes und auch für Gottesdienste kleiner Gruppen zu haben. Seitdem hat sich der Geschmack der Zeit verändert, die Einrichtung der Kapelle ist nicht mehr so ansprechend und einladend, wie sie sein sollte. Außerdem wird sie vor den Sonntagsgottesdiensten als Durchgang zur Sakristei genutzt. Hier sollen in nächster Zeit behutsame Veränderungen dazu beitragen, die Kapelle wieder zu dem zu machen, was sie ist. Ein Anfang sind die einheitlichen Sitzauflagen, die von Frauen der Franziskanischen Gemeinschaft Pace e Bene angefertigt wurden. Der nächste Schritt wird die Reaktivierung des Sakristeieinganges von außen her sein, nicht umsonst wurde seinerzeit an der großen Trauerweide eigens eine Tür zur Sakristei eingebaut. Damit soll der „Durchgangsverkehr“ und somit die Unruhe in der Kapelle auf ein Mindestmaß reduziert werden.
Weitere Schritte wird der PGR in Zusammenarbeit mit allen planen, die die Kapelle nutzen.

Br. Martin Kleespies, Pfr.

 

Wir sagen Danke!

Schon im Herbst denken wir an Weihnachten und fragen uns: Wo bekommen wir heuer die großen Weihnachtsbäume für die Kirchen her? Die Familie Kaffenberger und die Familie Rünagel (beide aus Seeheim) haben uns angesprochen und je einen großen Baum aus ihren Gärten gespendet. Dafür herzlichen Dank im Namen aller, die sich daran erfreuen konnten. Wir konnten die Weihnachtszeit bis zum Fest Maria Lichtmess nutzen, weil die frischen Bäume bis zum Abbau keine Nadeln abgeworfen haben.
Schön gleichmäßig gewachsen sollten sie sein und es braucht ausreichend Platz, sie auch umfallen zu lassen. Der nächste Winter kommt bestimmt, vielleicht finden sich auch in diesem Jahr wieder Spender für die Weihnachtsbäume?

Peter Frye

 

Mit lachendem und weinendem Auge –

die neue Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift

Seit Dezember 2016 ist eine neue, überarbeitete Einheitsübersetzung im Buchhandel erhältlich. Sie ist maßgeblich für die Liturgie der katholischen Kirche und wird nach einer Neuauflage der Lektionare in allen Gottesdiensten verwendet werden.
Dass es sie gibt, ist eine Folge des II. Vatikanischen Konzils. Dieses hatte in der „Konstitution Dei Verbum“ (Absatz 22) festgelegt, dass „brauchbare und genaue Bibelübersetzungen in die verschiedenen Sprachen erarbeitet werden“ sollen.
So begannen die Bischofskonferenzen des deutschsprachigen Raumes ab 1962 eine einheitliche Übersetzung für den gesamten deutschen Sprachraum zu planen. So ist der Name „Einheitsübersetzung“ zu verstehen. Dass eine gemeinsame Bibelübersetzung der römisch-katholischen und der evangelischen Kirche erstellt werden sollte, ist ein Missverständnis. Zwar waren evangelische Theologen seit Beginn an den Arbeiten beteiligt, aber eine Ablösung der in der evangelischen Kirche gebräuchlichen Lutherübersetzung war dort nie vorgesehen. Dennoch war die erste Auflage, die 1980 fertiggestellt wurde, ein ökumenisches Projekt: 1970 schlossen Bischofskonferenz und EKD einen Vertrag über die gemeinsame Arbeit an der Einheitsübersetzung, die somit zu einem besonderen Zeichen der Ökumene in Deutschland wurde. Seit 1980 ist die Einheitsübersetzung auch für den Gebrauch in der evangelischen Kirche freigegeben und wird insbesondere in ökumenischen Gottesdiensten neben der Lutherbibel verwendet.
Vor gut 10 Jahren begann die Arbeit an der jetzt erschienenen Überarbeitung. Neue Erkenntnisse der Bibelwissenschaft und Änderungen des Sprachgebrauchs sowie eine noch engere Orientierung am Urtext (Hebräisch, Aramäisch oder Griechisch) sollten das Wort Gottes authentischer vermitteln. Wie gehabt, arbeiteten Fachleute beider Kirchen wieder zusammen.
Für viele war es ein Schock, als die evangelische Kirche sich im Jahr 2005 veranlasst sah, den Vertrag von 1970 über die Zusammenarbeit aufzukündigen. Was war geschehen?
In der Konstitution „Liturgiam authenticam“ (LA) vom 28. März 2001 hatte der Vatikan neue Richtlinien für die Übersetzungsarbeit erlassen. Hauptsächlich drei davon konnten von der EKD nicht mitgetragen werden. Erstens: Bei Widersprüchen zwischen dem Urtext und der lateinischen Bibelübersetzung sollte nicht der Urtext, sondern die viel jüngere lateinische Übersetzung („Vulgata“) maßgeblich sein. Zweitens: Auch bei heute wissenschaftlich allgemein anerkanntem Korrekturbedarf der lateinischen Übersetzung darf diese Korrektur im Zweifelsfall nicht erfolgen. So heißt es in LA 38: „Oft kann man, anhand übereinstimmender Vorschläge kritischer Ausgaben und aufgrund der allgemeinen Empfehlung der Fachleute, eine andere Lesart eines Verses aufnehmen. Doch ist dies bei liturgischen Texten dann nicht erlaubt, wenn es um Elemente der Lesung geht, die wegen ihres Bezugs zum liturgischen Kontext bedeutsam sind…“
Drittens wurde in LA festgelegt, dass jede Bibelübersetzung zur Kontrolle der Einhaltung aller Regeln nach Rom geschickt werden muss, erst dann wird die Autorisierung erteilt. Die Autorität der Deutschen Bischofskonferenz reicht dafür nicht aus. Dies fand keine Akzeptanz. Leider war der sich daraus ergebende Konflikt das vorläufige Ende der Bemühungen um einen gemeinsam erarbeiteten Bibeltext.
Die jetzt nach zwölfjähriger Arbeit fertiggestellte revidierte Einheitsübersetzung ist also offiziell kein ökumenisches Projekt mehr (auch wenn natürlich wieder evangelische Fachleute mitgearbeitet haben). So bedauerlich das ist, das Ergebnis kann sich jedoch sehen lassen.
Die neue Einheitsübersetzung ist -allen römischen Richtlinien zum Trotz- auf dem neuesten Stand der wissenschaftlichen Forschung, sogar näher am Grundtext als die vorherige Ausgabe. Die Ausdrucksweisen und Sprachbilder des biblischen Originaltextes werden wiedergegeben. Somit ist der Text auch für wissenschaftliches Arbeiten brauchbar. Es gibt an vielen Stellen neue, zeitgerechte Formulierungen, die hinsichtlich von Klarheit, Verständlichkeit und Authentizität einen Fortschritt darstellen. Wo eine Übersetzung unsicher ist, werden die Alternativen genannt. Neu verfasste Einleitungen in die biblischen Bücher erleichtern auch dem Nicht-Theologen das Verständnis der Schrift. Die Gliederung der Texte wurde vereinfacht, und nicht zuletzt sorgt ein neues Schriftbild für bessere Lesbarkeit.
So sehe ich die Neuerscheinung der revidierten Einheitsübersetzung mit einem lachenden und einem weinenden Auge: Weinend über die vertane Chance, das wichtige Projekt einer gemeinsamen Bibelübersetzung fortzuführen.
Was bleibt, ist aber auch eine wirklich gelungene Revision der Einheitsübersetzung; eine echte Bereicherung für jeden, der dem Original der biblischen Urtexte nahekommen möchte und trotzdem einen Text sucht, der klar und verständlich lesbar ist.

Br. Martin Kleespies, Pfr.

Quellen:

 

  • Konstitution Dei Verbum des 2. Vat. Konzils
  • Konstitution „Liturgiam Authenticam“
  • Evangelischer Pressedienst: EKD zieht sich aus ökumenischem Bibel-Projekt zurück. (Memento vom 27. September 2007 im Internet Archive); Meldung vom 8. September 2005.
  • Wikipedia, Artikel „Einheitsübersetzung“
  • www.bibelwerk.de

 

 

 

 

Ökumenischer Gottesdienst zum Holocaust – Gedenktag am 27. Januar

Rückblick:

Sehr gut besucht war der ökumenische Gottesdienst aus Anlass des Holocaustgedenktages, der in diesem Jahr am 5. Februar in der Hl. Geist-Kirche gefeiert wurde. Beteiligt waren die evangelischen Gemeinden Bickenbach und Seeheim und die St. Bonifatiusgemeinde. Im Mittelpunkt stand Psalm 23 in seiner unterschiedlichen Wahrnehmung in der evangelischen und katholischen Tradition, aber natürlich auch im Judentum. Auch die Frage, wie man diesen Psalm beten kann angesichts des Grauens der Konzentrationslager. Bereichert und ergänzt wurde der Gottesdienst durch eine Ausstellung über Martin Buber, die im Anschluss an den Gottesdienst in der Kirche eröffnet wurde.

Martin Kleespies

 

Neues vom Arbeitskreis „Zusammenarbeit der Christen in Bickenbach (CiB)“

Unser Thema 2017:

Wir wollen unsere Arbeit in diesem Jahr des Reformationsgedenkens unter das Motto „Versöhnung“ stellen. Dieses Thema stand schon im Zentrum unseres Gottesdienstes im Januar anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen, in dem Pfarrer Br. Martin Kleespies die Predigt hielt.

Vortrag Dankbarkeit:

Ein ungewöhnlich großer Erfolg mit überregionaler Resonanz in allen Altersgruppen war der von uns veranstaltete Vortrag letzten Spätherbst zum Thema: „Die wichtigste Lebenskunst: Dankbarkeit“. Das evangelische Gemeindehaus in Bickenbach war bis zum allerletzten Platz gefüllt. Gastredner des Abends war der Psychiater und Psychotherapeut Dr. Martin Grabe, Chefarzt der Psychotherapeutischen Abteilung der Klinik Hohe Mark Oberursel und Autor mehrerer Bücher. Aus seiner jahrelangen Arbeit mit seelisch belasteten Menschen weiß er, wo den Leuten der Schuh drückt.
Am Beispiel der von Jesus geheilten zehn Aussätzigen, von denen nur ein einziger zurückkehrte und sich bedankte (Lukas 17, 1–14), erläuterte Dr. Grabe, wie wichtig es sei, das Gute, das einem widerfährt, zu erkennen und wertzuschätzen.
Fazit: Ein Abend, der vielfältigen Grund zur Dankbarkeit gab.

Wolfgang Krichbaum

 

Welt-Gebetstag einmal anders

In diesem Jahr konnten wir in der Hl. Geist-Kirche in Seeheim den Weltgebetstag am 3. März auf eine ganz besondere Art feiern.
Wer hätte beim Thema Philippinen authentischere Beiträge leisten können als die Pilipino-Prayer-Group (PPG) unserer Kirchengemeinde? Die Mitglieder repräsentierten den facettenreichen Inselstaat u. a. durch ihre farbenprächtige Kleidung. Sie organisierten eine Ausstellung mit landestypischen Produkten, sie wiesen auf die Naturmaterialien ihrer typischen Haushaltsgegenstände hin und beantworteten Fragen zum Kunsthandwerk. Ihre Liebe zum Heimatland, 12 Flugstunden entfernt, wurde bei einem Lichtbildervortrag spürbar. Im Gottesdienst brachten sie typische Frauenschicksale aus ihrem Land zur Sprache, formulierten Fürbitten auf Tagalog, dem Hauptdialekt der Philippinen und sangen das „Vater unser“ in ihrer Sprache, sodass der Gedanke des weltweiten Gebetstages spürbar wurde. Ein Lichtertanz eröffnete anschließend ein köstliches philippinisches Buffet. Der Tag klang mit vielen Gesprächen aus. Dabei wurde uns bewusst, dass der Stellenwert nicht nur von Familie, sondern auch von Nachbarschaft und dörflicher Gemeinschaft sehr hoch ist. Das zeigt sich am Dagyaw, einer Form gemeinschaftlicher Hilfe, bei der man Ernte und Sorge, Essen und Hunger teilt.

Claudia Müller-Eberle

 

10 Jahre Pilipino-Prayer-Group

Die Pilipino-Prayer-Group, die sich regelmäßig in unserer Gemeinde trifft, feiert in diesem Jahr 10-jähriges Bestehen. Information gibt es dazu zu gegebener Zeit auf www. Sankt-Bonifatius-Seeheim-Jugenheim.de Im Rahmen dieses Jubiläums wird der Universitätschor UPCC aus Manila am 20. Mai 2017 zu Gast sein und in der Hl. Geist-Kirche um 17:00 Uhr ein Konzert geben.
Bitte beachten Sie die Veröffentlichungen in unseren aktuellen Gemeindemitteilungen oder in der Presse.

 

 

In Khurda kommt die Hilfe wirklich an

Die Gemeinde engagiert sich in Indien

1989 wurde der Abiturient Bob Mosell aus Seeheim-Jugenheim von einem Steyler Pater nach Khurda in Indien eingeladen. Er bekam hautnah mit, woran es dort fehlte: Geld für den Schulbesuch der Kinder, gesundheitliche Versorgung. Wieder zu Hause organisierte er Hilfe. Daraus ist der Eine- Welt-Kreis (EWK) der katholischen Gemeinde St. Bonifatius in Seeheim- Jugenheim entstanden.
Der EWK hat die dortige Grundschule nicht nur erhalten, sondern auch ausgebaut. Seit 2012 können die Schüler ihr Abitur machen. Durch den guten Ruf der Schule wird ihr Einzugsbereich immer größer, es lernen Christen gemeinsam mit Hindus und Animisten. Das fördert das friedvolle Miteinander in der ganzen Region. Das Gros der Bevölkerung sind „Adivasi“ (Ureinwohner), die im Kastensystem, wie auch die „Unberührbaren“, noch unter der untersten Kaste stehen. Ein guter Schulabschluss, eine gute Ausbildung ist für sie die einzige Möglichkeit der Armut zu entrinnen.
Die Schule wird zurzeit von 900 Schülern und Schülerinnen besucht. Für 113 von ihnen gibt es Patenschaften. Für 8,–¤ pro Monat werden die Eltern von den Kosten für z. B. Schulgeld, Schuluniform oder Schreibgeräten entlastet.
Diese Gelder, wie auch alle Spenden kommen ohne Abzug in Khurda an, da der EWK rein ehrenamtlich arbeitet.
Darüber hinaus ist ein Gesundheitszentrum aufgebaut worden, inzwischen werden 35–40 Patienten täglich versorgt, jährlich deutlich über 10.000 Behandlungen. Die Patienten bekommen Medikamente und werden beraten. Auch die betroffenen Familien und die Dorfgemeinschaft werden über den Umgang mit den Kranken aufgeklärt.
Das Tuberkuloseprogramm bietet außer der Behandlung Kranker und Aufklärung eine regelmäßige Reihenuntersuchung zur Früherkennung.
Ein Mutter-Kind-Programm betreut die Mütter medizinisch von der Schwangerschaft an bis hin zu Impfungen der Kinder bis zu sechs Jahren.
Nähkurse werden angeboten, die für viele das Sprungbrett in die Selbstständigkeit sind.
Noch fehlt es an vielem. Aktuell ist ein Schutzdach vor dem Gesundheitszentrum finanziert worden, um das „Wartezimmer“ vor Monsunregen und senkrechter Sonneneinstrahlung zu schützen.

Die Gruppe würde sich über neue Helfer und auch Pateneltern sehr freuen.

Kontakt:
Christa Mosell Tel. 0 62 57/ 87 37
Siegfried Markwart Tel. 0 62 57/ 6 11 68

Patricia Buschbeck

P.S.: Ein ausführlicher Bericht ist dem Protokoll des Pfarrgemeinderates vom Januar 2017 angefügt und kann in den Kirchen oder auf der Homepage eingesehen werden.

 

„Weil Spenden gut tut“ Caritas Sammlung 2017

Die diesjährige Caritas-Sommersammlung für die Diözese Mainz findet vom 22. Mai bis 1. Juni 2017 statt. In 2016 sind in unserer Gemeinde 1020,– ¤ für die Caritas gespendet worden.
Traditionell wird die Hälfte des Geldes für unbürokratische Nothilfen in unserer Gemeinde verwendet, die andere Hälfte wird dem Caritasverband Mainz e.V. zur Verfügung gestellt, der Menschen in vielerlei Notlagen kostenlos Beratung und Hilfe zukommen lässt.

Sie umfasst beispielsweise Schwangerschaft, Krankheit, Behinderung, Schulden, Sucht, Straffälligkeit, Wohnungslosigkeit und Integration und richtet sich an alle Altersklassen. Wir freuen uns sehr, wenn Sie diese Arbeit weiter unterstützen. Dem Pfarrbrief ist ein Überweisungsträger beigelegt.
Sie können auch direkt auf das Konto der Gemeindecaritas St. Bonifatius bei der Sparkasse Darmstadt (IBAN DE 86 5085 0150 0024 0044 49, BIC HELADEF1DAS) überweisen.
Der Einzahlungsbeleg wird bis zu 200,– ¤ von den Finanzämtern als steuermindernd anerkannt. Wir stellen auf Wunsch gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Herzlichen Dank.

Patricia Buschbeck

 

-------- Chronik unserer Gemeinde ---------

Das Sakrament der Taufe empfingen:

  • Amelie Hong Lien Vu
  • Emma Müller
  • Kian Enis Juri
  • Mateo Greger
  • Henrik Mohm

Wir gedenken im Gebet unserer Verstorbenen:

  • Helmut Struck
  • Berta Tergl
  • Ernst Rudolf Langhans
  • Maria Judith Heufel
  • Horst Linhart
  • Marion Katzer
  • Hildegard Wendel
  • Krystyna Issel
  • Anna Luise Ursula Koch
  • Carla Hanke
  • Helga Jöst
  • Anna Maria Bruns