Pfarrbrief zu Weihnachten 2013

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Pfarrbrief zu Weihnachten 2013 als PDF


Schon wieder

 

sind wir fast am Ende eines Jahreskreises angekommen. Der Winter naht mit raschen Schritten. Im Januar ziehen dann auch die Sternsinger wieder ihre Runden. Zuvor jedoch feiern wir erst einmal Advent. Wir bereiten uns vor auf Weihnachten. Dann feiern wir das Kommen des Retters, bei dessen Geburt gesungen wurde:
„Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf  Erden.“ Er predigt eine neue Herrschaft der Gerechtigkeit für die Armen, für alle, die in Not geraten sind, für alle, die nach Gerechtigkeit hungern, für die Sanftmütigen, für die Verfolgten. Wir dürfen Heimat und Geborgenheit finden in Gott.
Für mich ist diese Verheißung kein leeres Gerede. In diesen Tagen denke ich oft an eine Familie, die wohl schon bald von der schwerkranken Mutter Abschied nehmen muss. Niemand weiß, wie viele Tage sie noch zusammen haben werden, aber das Ende rückt näher, ist greifbar geworden.
Die alte Verheißung des Advent will gerade solche Menschen mitnehmen, ihnen Mut machen, ihre Hoffnung ganz an Gott und sein Wort zu binden. Denn der lebendige Gott wird seine Zusagen einlösen. Von dem Vertrauen auf Gott kann uns Kraft zuströmen, dass wir in der Zeit der Not nicht zerbrechen müssen, auch wenn die Lage nach menschlichem Ermessen ausweglos ist!
Mit der ganzen Gemeinde dürfen wir uns am ersten Advent einreihen in den Kreis derer, die auf Gottes Heil hoffen und die mit Gott rechnen! Wir sollen sein Heil weitersagen, so deutlich, dass es auch alle Menschen in Not hören und nicht verzweifeln müssen. Lassen Sie uns einen Raum schaffen, in dem man einander vertrauen kann. Lassen Sie uns als Gemeinde offen sein für Menschen in Not, die sich manchmal auch in schrillen Formen äußert. Lassen Sie uns Advent feiern voller Hoffnung auf den lebendigen Gott.

Eine gesegnete Zeit der Vorbereitung auf die Feier der Ankunft Gottes in unsere Welt wünscht Ihnen

Ihr Br. Martin Kleespies, Pfr.



Bereits ein Jahr.....

 

...fast konnte ich es nicht glauben, aber der Blick auf den Kalender lässt keinen Zweifel: seit meiner Einführung als Seelsorger dieser Pfarrei ist bereits mehr als ein Jahr vergangen!
Wenn ich darauf zurückschaue, kommen mir Stichworte in den Sinn, die wie Bühnenscheinwerfer einiges von dem beleuchten, was in meinen Augen dieses ergangene Jahr charakterisiert:

 

Jubiläum: theologisch ganz sicher nicht das Wichtigste, aber die 100-Jahrfeier unserer Pfarrkirche St. Bonifatius hat von Anfang an ihren langen Schatten vorausgeworfen und war 2013 DAS herausragende Ereignis im Leben der Gemeinde. Festschrift, Koordinierung mit den anderen drei Jubiläen im Ort, Planung und Organisation des Festprogramms und die Durchführung aller Veranstaltungen sind Gott sei Dank sehr gut und fast reibungslos verlaufen.

 

Dies ist vor allem ein Verdienst der Tatsache, dass hier viele gemeinsam anpacken: zum Glück durfte ich im ersten Jahr feststellen, dass man in dieser Pfarrei kein Einzelkämpfer sein muss. Die Arbeit verteilt sich auf viele Schultern, und das ist für mich sehr ermutigend gewesen. Es sind so viele, Hauptamtliche und Ehrenamtliche, Frauen und Männer aus PGR, VR und darüber hinaus, dass ich hier niemanden namentlich nennen kann, denn es können unmöglich alle aufgezählt werden.

 

Das Gleiche gilt für die vielen Gruppen der Pfarrei: hier konnte ich auf gute Vorarbeit zurückgreifen, denn es gab eine komplette Liste aller Gruppen mit deren Steckbriefen, Wünschen, Aktivitäten usw. Also machte ich mich auf den Weg und habe sie alle besucht. Es war sehr schön zu sehen, dass es ein ganz großes Spektrum an Aktivitäten gibt. Krabbelgruppe, Kindergottesdienstgruppe, Messdiener, Pfadfinder, Singen, Basteln, Beten, Ökumene und Bibelgespräche sind nur einige. Meine Vision ist, dass es uns gelingt vom Seelsorgeteam und PGR aus guten Kontakt zu allen Gruppen zu halten und ihre Arbeit zu unterstützen, wo wir können.

 

Ökumene: offene Türen einrennen, so nennt man wohl, was ich in Sachen Ökumene erleben durfte: alle evangelischen und freikirchlichen Kolleginnen und Kollegen im Bereich unserer Gemeinde sind sehr offen und bereit für eine positive Zusammenarbeit. So haben wir vereinbart, uns zweimal im Jahr mit allen Hauptamtlichen zu treffen zum Austausch und zum Planen. Ein Ökumenischer Gottesdienst aller beteiligten Gemeinden am Ende des Schuljahres ist ein erster Vorschlag aus diesem Kreis.

 

Gottesdienste: so unterschiedlich wie der Charakter der beiden Kirchen unserer Pfarrei erscheint mir auch der Charakter der Gottesdienste, die darin gefeiert werden. Ich sehe das als Bereicherung, so gibt es mehr Möglichkeiten für jeden, den Gottesdienst mitzufeiern, der den eigenen Bedürfnissen entspricht.
Dass Sie als Gemeinde alle die „neuen“ Lieder bereitwillig mitsingen, die ich in Unkenntnis des hier üblichen Liedgutes manchmal auswähle, dafür bin ich dankbar und das lässt mich für die Zeit hoffen, wenn wir das neue Gesangbuch haben werden. Gemeinsam mit möglichst Vielen würde ich gerne daran arbeiten, dass unsere Gottesdienste noch „lebendiger“ werden. Ein Liturgiekreis und ein Kindergottesdienstkreis wären da sehr hilfreich.

 

Baustellen: wir sind eine Gemeinde mit vielen Stärken und Talenten. Damit das so bleibt, müssen wir uns ständig wandeln. Aber was und wie? Sinnvoll
wäre es, darüber nachzudenken, ein Profil zu entwickeln, sich ALS GEMEINDE Ziele und Schwerpunkte zu setzen und auf deren Einhaltung zu achten. Naturgemäß ändern sich Ziele und Schwerpunkte ständig. Dafür braucht es eine Kultur des Hinschauens und der Reflexion. All das erfordert eine gut funktionierende Kommunikation und Vernetzung der Gremien und Gruppen bis hin zu den einzelnen Gemeindemitgliedern. Hier liegt noch jede Menge Arbeit vor uns.

 

Nur noch ein Punkt, der mir sehr wichtig ist, sei genannt: Spiritualität. Gemeinsame religiöse Erfahrungen machen, sich darüber austauschen, im Glauben wachsen. Das ist grundlegend für alles Andere, was wir in den nächsten Jahren hoffentlich noch gemeinsam anpacken werden.
Dafür wünsche ich mir eine größere Vielfalt an Gottesdiensten, Hauskreise, Bibelkreise (einen gibt es ja schon!) usw. Wenn wir im religiösen Sinn genug für
uns selbst tun, dann brauchen wir uns vor allen anderen Herausforderungen der Zukunft nicht zu fürchten!

 

So möchte ich an dieser Stelle noch allen danken, die mich hier als neuen Pfarrseelsorger mit offenen Armen empfangen haben. Ich bin gerne hier und freue mich auf noch viele weitere Jahre gemeinsam auf dem Weg.

 

Ihr Br. Martin Kleespies, Pfr.