DAS HUNGERTUCH 2017/2018

Misereor - Hungertücher gibt es bereits seit 1976, und sie dienen dazu, uns nicht nur mit den ärmsten Ländern der Erde zu konfrontieren, sondern zu Solidarität und aktiver Hilfsbereitschaft anzuregen und aufzufordern.

 

Nach dem afrikanischen Sprichwort: „Ich bin, weil du bist“ ist der Titel des diesjährigen Hungertuches benannt, das von dem nigerianischen Künstler Chidi Kwubiri gestaltet wurde.

Zu seinem Gemälde haben ihn die beiden Ströme seiner Heimat, Niger und Benue inspiriert, die aus verschiedenen Quellen stammen, friedlich nebeneinander existieren und später zusammenfließen. Sehen sich diese beiden Naturkräfte an, so können sie sich gegenseitig sagen: „Schau, ich bin, weil du bist“. Das ist genau das, was der Künstler auszudrücken versucht.

Meine Menschenwürde ist ohne die der anderen nicht denkbar. Von seinem Wesen her besteht eine enge Beziehung zwischen Gott, den Mitmenschen und der Natur. Gegenseitigkeit und Gemeinschaft sind für den Menschen unverzichtbar. Das 21. Hungertuch lädt zum Gespräch darüber ein, wie wir einander näher kommen -und gemeinsam die Zukunft unseres Planeten gestalten können. Unser aller Einsatz ist erforderlich, um die globalen Krisen der Gegenwart zu bewältigen. Dringend notwendig ist der Dialog mit Anders-Denkenden, mit anderen Religionen und auch Nicht-Religiösen – ganz einfach mit den Menschen, denen wir begegnen.

Das afrikanische Sprichwort „Ich bin, weil Du bist“ will uns ermutigen und bewusst machen, dass bei allen Herausforderungen unserer Zeit die vertrauensvolle Begegnung auf Augenhöhe aller in unserer Gesellschaft unerlässlich ist.

So dienen alle Hungertücher in ihrer Bildsprache dazu, Zeugnis von der Solidarität mit den Armen, Schwachen und Ausgegrenzten zu geben und sind immer auch eine Anfrage an unser Christsein und unseren Lebensstil.