Fastnachtspredigt 2021

Reimpredigt Mk 1, 40-45

Gott sei Dank, Schwestern und Brüder,
sie kommt, wie alle Jahre wieder,
die Fastnacht, diese Narrenzeit,
auch Aschermittwoch ist nicht weit.
Drum will ich`s heute wieder wagen,
die Predigt Euch im Reim zu sagen.

So wandert nun mein erster Blick
auf’s Evangelium zurück.
Denn diese Botschaft macht uns froh
und nicht umsonst heißt sie auch so.
Sie bietet Kindern, Frau und Mann
Impulse für das Leben an.

Bei Markus wird uns da berichtet,
wie Aussatz oftmals viel vernichtet.
Nicht nur ist die Krankheit arg,
sie macht das Leben öd und karg.
Zur Einsamkeit der Aussatz führt,
Die Kranken, die sind isoliert.

Ein neuer Aussatz heißt Corona,
der hat uns getroffen, vom Kind bis zur Oma,
die Kirchen waren plötzlich leer
es mussten Ordner Platzanweiser und Listen her.
Jeder muss im Durchzug sitzen -
keiner braucht hier mehr zu schwitzen.

In die Kirche wolln manche bei der Kälte nicht gehn
sie können uns aber seit Wochen im Internet sehn.
Pünktlich am Sonntag kommt die Meldung sodann:
die Pfarrei ist jetzt online, los, mach den Computer an.
Die Pandemie brachte uns neue Möglichkeiten,
doch sie lässt uns auch viel leiden:

Viele Menschen sind dran gestorben,
noch mehr hat Corona den Spaß verdorben.
ohne Reisen, Feiern, Singen -
kann denn Leben so gelingen?
Onlinesitzung, Homeschooling und all so ein Mist
wir hoffen sehr, dass das bald vorüber ist.

Menschen im Krankenhaus, ohne Besuch,
einsam zu sterben, welch ein Fluch.
Isolation zu Haus in Quarantänedas
fühlt sich an wie Dauermigräne.
und dennoch: all das klingt human,
wenn wir sehen die Aussätzigen an.

Sie durften nicht mit andern sprechen
Familien mussten so zerbrechen.
Wer Aussatz hat, muss abseits steh‘n
darf nicht, wo andere sind, hingeh’n.
Vom Leben ist kaum was geblieben.
Aussätz’ge warn abgeschrieben.

Als Jesus ein Betroff‘ner trifft,
er sich vor dessen Füße wirft.
Wahrscheinlich hat von Jesus er
Gutes gehört, drum kommt er her.
Er ruft: Wenn du willst, dann mache mich
vom Aussatz rein, ich bitte dich.

Bei Jesus regt sich Mitleid nun
und deshalb wird er etwas tun,
er streckt die Hand nach diesem Mann
berührt ihn sanft und spricht sodann:
Von nun an soll es anders sein,
ich will es, darum werde rein!

Sogleich der Aussatz ist verschwunden,
Und Jesus spricht nun zum Gesunden:
Geh heim, doch vom Gescheh’nen schweig,
nur dich sogleich den Priestern zeig!
Dann bring dein Reinigungsopfer dar
wie es seit Moses Zeiten war.

Doch dieser Mann hielt nicht den Mund,
er machte vielmehr alles kund,
was da mit ihm geschehen war.
Für Jesus wurde jetzt schnell klar:
Er muss aus dieser Gegend fort
und suchen einen andern Ort.

Doch warum, so wird mancher fragen,
darf der Geheilte denn nichts sagen?
Ist es nicht gut, Wunder zu erleben?
Soll man die Kunde davon nicht weitergeben?
Die anderen sollen auch erfahren
von Heilungskräften, wunderbaren.

Nun darauf würde Jesus meinen:
Ich will für euch nicht nur erscheinen
als einer, der ein Wunder macht
damit sich jeder freut und lacht.
Was Jesus will ist Gottvertrauen,
dass wir voll Hoffnung auf ihn schauen.

Im Glauben, dass er viel mehr kann,
als Wundertaten dann und wann.
Glaube, weil Gott die Menschen liebt,
und ihnen neues Leben gibt,
Glaube, der stärkt und Richtung weist
und eine Zukunft uns verheißt.

Was die Bibel mit Aussatz meint,
gibts auch noch heute wie mir scheint.
Nicht nur die Krankheit wird da kuriert,
sondern auch alles, was dazu führt
uns wie unrein aussehen zu lassen
auch dies sollten wir mal erfassen:

Dazu zählt Streit und Hass und Neid,
böswillig zugefügtes Leid,
Kränkung und Nicht-Verzeihenkönnen,
Lügen, Betrügen muss man nennen.
Auf andere herabzuschauen
auf deren Fehler einzuhauen.

All das macht uns’re Seele krank,
es wirkt wie Aussatz, wie Gestank,
entfernt uns von des Menschen Würde,
wird uns immer mehr zur Bürde.
Von Herzen kann nur rufen ich:
Herr, komm zu mir und heil‘ auch mich!

Für Gott, ich sag’s an dieser Stelle
gibt’s keine hoffnungslosen Fälle.
Weil das, was krank macht, er besiegt,
wird klar, dass ihm an uns viel liegt.
Ja, wir sind wertvolle Geschöpfe
für ihn, das muss in uns’re Köpfe.

Wer das begreift, dem geht es gut,
der findet selbst auch dann noch Mut,
wenn Sorgen, Krankheit oder Tod
unsere Existenz bedroht.
Ich wünsch‘ uns allen Gottvertrau’n,
auf das wir unser Leben bau‘n.

Ohne Gottvertrauen geht es eben
auch nicht im Gemeindeleben.
Seelsorger kommen, Seelsorger gehen,
doch die Gemeinde, die bleibt bestehen.
wo man vor Ort zusammensteht,
keine Gemeinde je vergeht.

Seit ein’ger Zeit erkunden wir
neue pastorale Wege, heut und hier.
Die Zeit machts nötig, dass wir geh’n,
auf Zukunftswegen und auch seh’n,
wozu Gott uns berufen hat
hier in unserm Dekanat.

Schon Paulus hat’s damals beschrieben,
mitnichten hat er übertrieben:
Die Charismen, die sind bestimmt,
dass Jesu Kirche Form annimmt.
Die sollten wir zusammenbringen,
damit Gemeinde kann gelingen.

Jedoch beim Erkundungsprozesse,
zeigen nicht alle Interesse.
Obwohl’s doch um die Zukunft geht.
Ich hoffe, dass ihr das versteht!
Ob jung, ob alt, ob Frau, ob Mann,
das geht ein‘ jeden etwas an!

Ganz kurz will ich nun noch was sagen
zu dem, was da in ein paar Tagen
beginnt: es ist die Fastenzeit,
die uns für Ostern macht bereit.
Doch nur, wenn ich mich lass‘ drauf ein
wird das für mich ein Fest auch sein.

Ich soll‘ mich intensiver üben
im Gott - und auch den Nächsten-Lieben,
mal überdenken, was ich sage
so über and’re manche Tage.
Denn selbst, wenn ich das schwierig finde,
beginnt doch grade hier die Sünde.

Er steht mit ausgestreckten Armen
und groß ist mit uns sein Erbarmen.
Gott spricht uns frei, wenn da ist Schuld
mit uns hat er sehr viel Geduld.
Das gibt mir Hoffnung, macht mir Mut,
mit ihm wird auch mein Leben gut.

Wenn wir uns solche Dinge merken,
so wird Gott selber uns bestärken
auf unsren Wegen durch die Zeit.
Und Ostern ist dann nicht mehr weit,
ich hoffe es dürfen dann wieder erklingen
die Loblieder, die wir alle singen.

Es gäb’ noch Manches hier zu sagen
doch braucht Ihr’s länger nicht ertragen
Denn ich hör’ auf und mache Schluss,
weil alles auch ein End’ hab’n muss.
Ihr lieben Kinder, Herren, Damen.
Gelobt sei Jesus Christus. Amen.