Sonntagsandacht - 4. Fastensonntag

VOM WIRKEN GOTTES
Andacht am 4. Fastensonntag (22.03.2020)

VORBEREITUNG
Suchen Sie sich einen Ort, der Ihnen gut für das Gebet scheint.
Gestalten Sie diesen Ort. Dazu können Sie ein Kreuz und persönliche Gegenstände, die Ihnen viel bedeuten, in die Mitte legen und eine Kerze anzünden.
Sie dürfen sicher sein: Jesus Christus ist an jedem Ort, wo man ihn willkommen heißt. Gerade hier und jetzt ist er da und ansprechbar. Die Kerze ist ein Zeichen für seine Gegenwart.

Im Vertrauen auf Gottes Gegenwart beginnen Sie Ihre Andacht mit dem KREUZZEICHEN:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Hier können Sie ein LIED singen:
GL 365 („Meine Hoffnung und meine Freude“) oder ein Lied, das Sie mögen

WOCHENRÜCKBLICK
Ich blicke zurück auf die letzte Woche: Was ist mir gelungen? Worüber habe ich mich gefreut? Welche Schwierigkeiten gab es? Auf welche Dinge musste ich verzichten?
Nehmen Sie sich Zeit beim Nachdenken.
Gerne können Sie miteinander ins Gespräch kommen.
Mit dem nachfolgenden GEBET fassen Sie den Rückblick zusammen:
Guter Gott, du hast mir das Leben geschenkt. Du hast mir Zeit gegeben, die ich gestalten kann. So lege ich meine Woche in deine Hand: meine Freude über das Gelungene und meine Sorgen. Hab Erbarmen, wenn etwas nicht gelungen ist, und schenke mir Gelassenheit und Frieden. Amen.

EVANGELIUM (Joh 9,1-7)
In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.
Da fragten ihn seine Jünger: „Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?“
Jesus antwortete: „Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.“
Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: „Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach!“ Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte.
Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.

ZUM NACHDENKEN
„Wer ist schuld?“ Diese Frage wird am Beginn des Evangeliums aufgeworfen. Vielleicht ist mir eine solche Frage in diesen Tagen auch schon begegnet. Durch die Corona-Krise stehen wir plötzlich vor neuen Herausforderungen, erleben Einschränkungen in unserem Alltag und spüren eine bedrückende Machtlosigkeit. Warum musste es so kommen? Wer oder was ist schuld?
Hier und auch in anderen Situationen bekommen wir auf solche Fragen oft keine Antwort. Auch Jesus benennt im Evangelium keinen „Sündenbock“. Das ist für ihn nicht wichtig. Stattdessen verweist er auf seinen Vater: „Das Wirken Gottes soll offenbar werden.“
Worin sich dieses Wirken zeigt, sagt er direkt danach: „Wir müssen die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat.“ Jesu Heilung des Blinden ist ein solches Werk.
Auch wir sind von Gott aufgerufen, uns für andere Menschen einzusetzen und so sein Licht in die Welt zu bringen.

An dieser Stelle können Sie Ihren Gedanken nachhängen, vielleicht noch einmal das Evangelium lesen, vielleicht miteinander in Gespräch kommen.

FÜRBITTEN
Jesus Christus, du bist das Licht der Welt. Zu dir rufen wir:
Für alle Menschen, die sich um die Gesundheit ihrer Lieben sorgen. Christus, unser Licht – wir bitten dich, erhöre uns.
Für alle Menschen, die sich in dieser Zeit beruflich und ehrenamtlich für andere einsetzen. Christus, unser Licht …
Für alle Menschen in verantwortungsvollen Positionen, die wichtige Entscheidungen treffen. Christus, unser Licht …
Für unsere Verstorbenen, die du zu dir heimgerufen hast. Christus, unser Licht …
Hier können Sie eigene Anliegen einfügen.
Alle Bitten, die ausgesprochenen und die unausgesprochenen, fassen wir zusammen in dem Gebet, das Jesus uns gelehrt hat:
VATER UNSER im Himmel …

SEGENSBITTE
Dein Licht leuchte für uns in den Dunkelheiten unseres Lebens.
Dein Licht stärke uns in den Augenblicken der Schwachheit.
Dein Licht sei uns Hoffnung in Angst und Verzweiflung.
Dein Licht bleibe bei uns auf unseren Wegen.
So segne uns und alle, die wir im Herzen tragen, der gütige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Zum Abschluss können Sie ein LIED singen:
GL 416 („Was Gott tut, das ist wohlgetan“; besonders 3. und 4. Strophe!) oder ein Lied, das Sie mögen

 

(gestaltet von Sonja & David Haub)