Do-It-Yourself-Gottesdienst, 6. Sonntag n.O.

Anleitung für einen Do-It-Yourself-Gottesdienst zu Hause

6. So in der Osterzeit, 17.05.2020

Vorbemerkung

  • Ihr erhaltet vorbereitetes Material für zu Hause, damit ihr im Kreis der Familie einen kurzen Gottesdienst feiern könnt.
  • Wenn Euch der Vorschlag zu lang ist, könnt ihr natürlich auch nur Teile davon übernehmen: Gestaltet die kleine Feier so, wie sie für euch und euer Familienleben passend ist.
  • Gut wäre, wenn ihr daheim den Raum, wo ihr gemeinsam den Gottesdienst feiern wollt, so gestaltet, dass ihr euch dort wohl fühlt und nicht zu viel Ablenkung habt. Dazu gehört auch eine Kerze (und evtl. weitere Dinge wie ein Kreuz oder Blumen) in der Mitte. Heute benötigt ihr auch Papier und Malstifte, die ihr schon bereitlegen solltet.
  • Eine Person sollte sich den Ablauf vorab anschauen und gedanklich vorbereiten sowie Texte ausdrucken. Die Texte können gerne an mehrere Personen verteilt werden. Wichtig ist, dass alle mit einbezogen werden. (Text herunterladen)

Nun kann es losgehen:

Kreuzzeichen machen und dazu sprechen:
Wir beginnen unseren Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Lied: „Unser Leben sei ein Fest“
https://www.youtube.com/watch?v=2DCMD8odZlY

Kerze anzünden:
 
Zum Zeichen, dass Jesus jetzt auch bei uns ist, zünden wir nun die Kerze an.
Gebet: Guter Gott, lass mich nie vergessen, du bist immer für mich da. Du bist da, wenn ich alleine bin, aber auch, wenn ich mit meiner Familie zusammen bin und mit Freunden spiele. Du bist da, wenn ich Angst habe, aber auch, wenn ich mich freue. Du bist da, wenn ich dich auch niemals sehe, weiß ich dennoch, du bist hier! Du lässt mich nicht allein! Dafür danke ich dir, durch Jesus, unseren Bruder und Freund. Amen

Zur Vorbereitung auf das Evangelium
Hört die zwei kurzen Geschichten, eine von Peter und eine von Martina. Versucht herauszufinden, was Peter und Martina gemeinsam haben.

1. Peter sagt beim Frühstück zur Mutter: "Heute schreibe ich eine Klassenarbeit. Ich habe ziemlich Angst davor." Die Mutter fragt: "In welcher Stunde hast du denn die Klassenarbeit?" "In der dritten Stunde", antwortet Peter. "Weißt du, was", sagt die Mutter, "ich werde dir in der dritten Stunde die Daumen halten und ganz fest an dich denken." Da hat Peter auf einmal das Gefühl als wäre die Angst ein bisschen kleiner geworden.

2. Martina hat zu Hause im Wohnzimmer aus Versehen die Lieblingsvase der Mutter umgeworfen und dabei zerschlagen. In der Schule erzählt sie es Susi, ihrer Freundin: "Du, ich habe Angst vor dem Nachhausekommen, Mama ist bestimmt traurig und sauer wegen der Vase!" Susi sagt: "Mir ist so etwas Ähnliches auch schon passiert. Ich könnte dich nach Hause begleiten und dabei sein, wenn du es erzählst." Mit weniger Angst und gemeinsam mit Susi kommt Martina nach Hause und es fällt ihr leichter, die Sache mit der kaputten Vase zu erzählen.

Was haben die Kinder in den beiden Geschichten gemeinsam?

  • Beide haben Angst.
  • Jemand anderer tut etwas für den, der Angst hat (Daumen halten, begleiten).
  • Durch diese Hilfe verringert sich die Angst.

Jetzt ist jedes Kind, aber auch die Erwachsenen, eingeladen, von Situationen, Momente zu erzählen, in denen sie Angst hatten oder sich mutlos gefühlt haben.
Gab es da auch etwas, dass dann Mut gemacht hat oder geholfen hat, bzw. was kann in solchen Situationen guttun und helfen? (z. B. wenn man nachts schlecht geträumt hat oder man im Dunkeln Angst hat, kann man bei den Eltern im Bett kuscheln, wenn ich hingefallen bin und mich jemand tröstet, tut es meist schon nicht mehr so weh, wenn man geärgert wird und dann jemand anderes zu mir hält, tut es gut) Im heutigen Evangelium passiert etwas Ähnliches: Die Jünger haben Angst, dass Jesus sie allein lässt. Da kündigt ihnen Jesus an, dass er ihnen etwas schenken wird. Hört genau zu!

Lied: Halleluja, Gott ist allmächtig
https://www.youtube.com/watch?v=eBG1BQvrNBg

Evangelium - Johannesevangelium 14, 15-21

Einmal, kurz vor seinem Tod, sagte Jesus zu seinen Freunden.
„Wenn mich einer lieb hat, tut er, was ich sage.
Haltet euch an meine Gebote.
Ich werde nicht mehr lange bei euch bleiben können.
Aber ich komme wieder.
In der Zwischenzeit lasse ich euch nicht alleine.

Ich werde meinen Vater um einen Helfer, einen „Mutmacher“, für euch bitten.
Der bleibt immer bei euch.
Der Helfer gibt euch Kraft und lässt euch nie im Stich,
Der Helfer ist der Heilige Geist.
Der Heilige Geist bleibt immer bei euch und wird euch helfen.

Der Heilige Geist bleibt bei allen Menschen,
die auf meine Worte hören.
Der Heilige Geist will in eurem Herzen sein.
Jetzt seht ihr mich noch.
Bald seht ihr mich nicht mehr.
Aber ich bin immer bei euch.
Im Heiligen Geist.

Wenn ihr mich lieb habt, dann ist auch der Vater bei euch.
Und ich bin immer bei euch. Ihr werdet es merken.“

© evangelium-in-leichter-sprache.de

Gespräch nach dem Evangelium

So wie Peter und Martina nicht allein gelassen wurden, so hat auch Jesus die Jünger nicht alleine gelassen. Es ist, wie wenn er verspricht, ganz fest an sie zu denken oder sie zu begleiten — so wie in den beiden Geschichten. Sprecht miteinander darüber, was ihr, glaubt, wie sich die Jünger gefühlt haben, als Jesus ihnen gesagt hat, dass er sie nicht alleine lassen wird?
Danach erinnert euch noch einmal genau an die Worte des Evangeliums Ihr könnt nun — alleine oder auch zu zweit — ein Bild malen, das die Freude und Sicherheit der Jünger zeigt das Jesus sie nicht alleine lässt.

Die gemalten Bilder zusammen betrachten: gibt es fröhliche Gesichter oder frohe, bunte Farben?
Denn das, was Jesus seinen Jüngern und auch uns verspricht, ist eine frohe, eine gute Nachricht.

Was verspricht Jesus den Jüngern? — Er verspricht Ihnen, dass sie nicht alleine bleiben, auch wenn er weggeht. Der Heilige Geist kommt zu ihnen, er schenkt ihnen Kraft, macht ihnen Mut macht und lässt sie alleine, er wird immer da sein.

Gemeinsames Fürbittgebet mit Fürbittruf: „Das wünsch ich sehr“

https://www.youtube.com/watch?v=6K-l7h_kWq4

Jeder sagt Gott, was ihm im Moment auf dem Herzen liegt, um was er bitten möchte, welche Sorgen oder Angst einen drücken. Auch kann man Gott danken für alles was einem im Moment guttut. Nach jeder Bitte bzw. Dank darf der Bittende ein Teelicht anzünden und man singt gemeinsam 2-3x den Refrain.

Man kann es auch auf eine andere schöne Art machen, das ist das 5-Finger-Gebet! Dieses Gebet eignet sich sehr gut für das gemeinsame Fürbittgebet

  • Der Daumen ist der Finger, der uns am nächsten steht. So ist das erste Gebet für die Menschen, die für uns am wichtigsten sind, die wir liebhaben: Mama, Papa, Großeltern, Geschwister.
  • Der Zeigefinger symbolisiert alle die Menschen, die Vorbilder für uns sind, die heilen, helfen, schützen., z. B. Lehrer, Ärzte Polizisten, Feuerwehrleute....Das zweite Gebet ist für diese Menschen.
  • Der Mittelfinger: ist der längste Finger und soll an die Menschen erinnern, die regieren und leiten. Damit beten wir für alle Menschen, die große Verantwortung tragen, wie zum Beispiel Regierungen, Politiker….
  • Der Ringfinger ist, wie die Klavierspieler*innen sagen, der schwächste Finger. Mit ihm, beten wir für die Schwächsten der Welt: Arme, Kranke, Flüchtende, Verfolgte, Leidende, Traurige…
  • Und zum Schluss der kleine Finger, der kleinste von allen. Er soll daran erinnern, auch für uns selbst und unsere Bedürfnisse zu beten. sehen und so besser dafür beten

Schließen wir die Fürbitten mit dem gemeinsamen Gebet des „Vater unser“

Den Gottesdienst schließen wir ab mit einem Segen:
Niemals soll die Angst zu groß werden.
Immer sollst du spüren können: Gott bleibt bei dir.
Niemals soll die Verzweiflung dich besiegen. Immer sollst du vertrauen könne: Gott bleibt bei dir.
Niemals soll die Mutlosigkeit dich lähmen. Immer sollst du glauben können: Gott bleibt bei dir.
Er segnet dich und mich der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen

Abschlusslied:
Wunschlied: Der/die Jüngste in der Runde darf sich ein Lied wünschen!
Alternativ: „Du Herr gabst uns dein festes Wort“
https://www.youtube.com/watch?v=B5vsmKp9a0k

Danach könnt ihr noch malen!

Herzlich grüßt
Euch Eure Gemeindereferentin Hiltrud Beckenkamp