Sonntagsandacht - 3. Fastensonntag

Eine Kerze anzünden

Suchen Sie sich einen Ort in der Wohnung, der Ihnen gut für das Gebet scheint. Das kann (gerade zu mehreren) ein Tisch sein oder ein Sessel. Vielleicht können Sie ein Kreuz auf den Tisch legen und eine Kerze anzünden. Wenn Sie gern singen, suchen Sie sich Ihre Lieblingslieder aus dem Gotteslob heraus und fügen sie ein, wo Sie es für gut halten.

Sie dürfen sicher sein: Jesus Christus ist an jedem Ort, wo man ihn willkommen heißt, gerade hier und jetzt ist er da und ansprechbar. Die Kerze ist ein Zeichen für seine Gegenwart. Und so kann die Andacht bewusst mit dem Kreuzzeichen begonnen werden:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 

Wochenrückblick

Ich blicke zurück auf das in dieser Woche Erlebte. Welche guten Erlebnisse gab es? Was ist nicht gelungen? Auf welche Dinge musste ich verzichten? Wenn mehrere dabei sind, kann man sich gegenseitig erzählen.

Ich lege diese Woche in Gottes Hände: Guter Gott, du hältst alles in deinen Händen. Du hast mir (uns) Lebenszeit gegeben um sie zu gestalten. Ich (wir) habe(n) versucht, etwas daraus zu machen. Nimm unsere Freude über das Gelungene an. Schenke mir (uns) Frieden und Gelassenheit mit allem, was nicht in nach meinen (unseren) Vorstellungen geklappt hat. Hab Erbarmen mit uns.

Das Tagesgebet verbindet mit allen, die heute Gottesdienst feiern:

Gott, unser Vater, du bist der Quell des Erbarmens und der Güte, wir stehen als Sünder vor dir, und unser Gewissen klagt uns an. Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen

 

Evangelium Joh 4,5-42

Er, Jesus, musste aber den Weg durch Samarien nehmen.
So kam er zu einer Stadt in Samarien, die Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte.
Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde.
Da kam eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken!
Seine Jünger waren nämlich in die Stadt gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen.
Die Samariterin sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um etwas zu trinken bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern.
Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben.
Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser?
Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden?
Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen;
wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.
Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierherkommen muss, um Wasser zu schöpfen!
Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann und komm wieder her!
Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann.
Denn fünf Männer hast du gehabt und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt.
Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.
Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. *
Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.
Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden.
Aber die Stunde kommt und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden.
Gott ist Geist und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.
Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der Christus heißt. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden.
Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, der mit dir spricht.
Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, doch keiner sagte: Was suchst du? oder: Was redest du mit ihr?
Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, kehrte zurück in die Stadt und sagte zu den Leuten:
Kommt her, seht, da ist ein Mensch, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Christus?
Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm.
Währenddessen baten ihn seine Jünger: Rabbi, iss!
Er aber sagte zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, die ihr nicht kennt.
Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht?
Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu vollenden.
Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Sieh, ich sage euch: Erhebt eure Augen und seht, dass die Felder schon weiß sind zur Ernte!
Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, sodass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen.
Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät und ein anderer erntet.
Ich habe euch gesandt zu ernten, wofür ihr euch nicht abgemüht habt; andere haben sich abgemüht und euch ist ihre Mühe zugutegekommen.
Aus jener Stadt kamen viele Samariter zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.
Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage.
Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte.
Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Rede glauben wir, denn wir haben selbst gehört und wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt.

 

Zum Nachsinnen:

Jesus wird uns hier als eigentümlicher Lehrer geschildert. Er hält eine lange Rede und doch bleibt vieles rätselhaft. Seltsamerweise hört sich die Frau am Jakobsbrunnen alles an. Das kann ein gutes Bild für unsere Situation sein: Manches ist unverständlich. Wir haben es nicht in der Hand, welche Veranstaltungen stattfinden, wo wir eingeschränkt werden. Wir können uns nicht einmal gegen Angst und Sorge bei uns selbst wehren. Wir können es nicht ändern. Wenn Gott durch die Wirklichkeit zu uns spricht, dann tut er es zur Zeit unverständlich. Es bleibt nichts, außer ihm weiter zuzuhören. Manchmal ist unser Gebet vielleicht ein Hilferuf, ein Schrei nach Befreiung aus der Angst, eine Bitte um Glauben. Einige Gewissheiten können wir uns von Jesus sagen lassen: Er kennt uns und will trotzdem mit uns in Kontakt bleiben! Wer im Geist und in der Wahrheit anbetet, ist an keinen Ort gebunden, das geht auch zuhause! Er gibt schenkt lebendiges Wasser, er will, dass wir leben!

 An dieser Stelle können Sie Ihren Gedanken nachhängen, vielleicht noch einmal das Evangelium lesen, vielleicht miteinander in Gespräch kommen.

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus so vieles ist unsicher. Lass mich (uns) in aller Sorge um uns selbst nicht die anderen vergessen:

Stärke du alle, die versuchen das Leben auch unter der Gefahr des Corona-Virus für andere zu ermöglichen: die Politiker, diejenigen, die Entscheidungen treffen müssen und alle, die in medizinischen Berufen arbeiten.

Gib denen Hoffnung und Hilfe, deren Lebensgrundlage durch die Einschränkungen in Gefahr gerät: diejenigen, die vom Tourismus leben, diejenigen, die ihren Lebensunterhalt mit Kulturveranstaltungen verdienen, diejenigen, die vergeblich auf Aufträge warten.

Sei bei allen, die nicht nur jetzt an Krankheiten leiden: die chronisch Kranken und ihre Angehörigen, diejenigen, die mit einer lebensbedrohlichen Krankheit leben, diejenigen, die sich um liebe Menschen sorgen.

Sieh das Elend der Menschen in den Katastrophengebieten an: der Flüchtlinge in der Türkei und Griechenland und überall auf der Welt, derer, die im Krieg leben, derer, die Hunger leiden.

Hier können eigene Anliegen eingefügt werden.

Nimm unsere lieben Verstorbenen auf in die Gemeinschaft mit dir.

Das Vater unser kann an dieser Stelle gebetet werden.

 

Abschluss:

Wenn sie ein Zeichen setzen wollen, dass Sie durch den Sonntag begleitet: Holen Sie sich ein Glas Wasser, trinken Sie es bewusst! So wie Wasser erfrischt, will Jesus Sie tragen und erfrischen – das jedenfalls sagt er im heutigen Evangelium zu. Erinnern Sie sich im Laufe des Tages daran, wenn Sie etwas trinken.

Die Andacht schließt mit einer Segensbitte:

Herr Jesus Christus bleibe bei mir (uns) und segne mich (uns). Gehe mit mir auf allen Wegen und trage mich durch Freude, Leid, durch Aufbruch und Unsicherheit. Sei mit allen, die mir (uns) lieb sind. Das erbitte(n) ich (wir): + im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen